28 April 2003 Afternoon Edition


Kosovo News

· Danish peacekeeper killed in accident in Kosovo (AP)


Regional News

Serbia Montenegro

· Serbian Acting President Micic to Vienna for European talks (dpa)

Macedonia

· Gesundheit und Politik in Mazedonien (NZZ)


Other Stories

· War: what price human rights? (BBC News)


Danish peacekeeper killed in accident in Kosovo

PRISTINA, Serbia-Montenegro (AP) _ A Danish female soldier has been killed in a road accident in northern Kosovo, a spokesman said Monday.

The accident already happened on Saturday when three Danish peacekeepers were test-driving an armored ambulance vehicle after a repair job close to the town of Zvecan, some 50 kilometers (30 miles) north of the province capital Pristina, said Maj. J.B. Dideriksen, a spokesman for the Danish contingent in Kosovo.

The vehicle drove into a ditch with the front wheels and tipped over. The soldier, who had been standing on top of the vehicle, got trapped under it. Two other soldiers escaped unhurt, Diderkisen said.

A helicopter was rushed to the scene and took her to a hospital, but efforts to revive her failed.

The woman soldier was not identified by the army. A memorial service was planned on Tuesday.

Over 500 Danish soldiers serve with NATO-led peacekeepers in Kosovo, which came under U.N. and NATO rule since mid-1999, after an air war to stop the Serbian military crackdown on ethnic Albanians.

Thirteen Danish soldiers have been killed while stationed abroad since 1990, of which 10 were been killed in the former Yugoslavia.


Serbian Acting President Micic to Vienna for European talks

Vienna (dpa) - Acting Serbian President Natasa Micic will pay a one-day visit to Vienna on Wednesday for talks on European and other issues, according to reports on Monday.

Micic, who is Serbia's Speaker of Parliament, will meet her Austrian counterpart as Speaker, Andreas Khol, before being received by President Thomas Klestil. Other meetings on her schedule are with President of the Economic Chamber Christoph Leitl and Chancellor Wolfgang Schuessel.

Micic, a 36-year-old lawyer, is the first woman at the head of the Serbian state. In January she took over on an interim basis from the outgoing Milan Milutinovic after two presidential elections had foundered due to low voter participation.

Micic, a member of the Citizens' Alliance of Serbian-Montenegran Foreign Minister Goran Svilanovic, has been dubbed by the Belgrade press ``the Serbian Nicole Kidman'' - referring to the Hollywood actress.
Micic has been in politics since 1994. Under the Slobodan Milosevic regime, she was a defence lawyer for independent media. Later, as Speaker of Parliament, she often resisted the challenges of the ultra-nationalists under Vojislav Seselj.

Gesundheit und Politik in Mazedonien

Ausbreitung der Tuberkulose unter den Albanern (NZZ)
Unter den Albanern im Westen Mazedoniens haben seit dem Kosovo-Krieg 1999 die Tuberkulosefälle zugenommen. Während der Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und Regierungstruppen 2001 wurde in einem von Mazedoniern bewohnten Ort inmitten der albanischen Siedlungsgebiete ein Sanatorium für Tuberkulosekranke verwüstet. Nun wird darüber gestritten, ob es wieder aufgebaut werden soll.

ahn. Skopje, im April
Der Boden ist übersät mit zerbrochenen Ampullen, in einer Ecke liegen schmutzige Kissen, aus denen die Daunen quellen. Blätter mit Krankengeschichten rascheln im Wind, der in frischen Stössen durch die zerbrochenen Fensterscheiben weht. Wir befinden uns in den Ruinen eines Krankenzimmers des Sanatoriums Lesok in Westmazedonien. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden hier Tuberkulosekranke behandelt, die in der herben Bergluft an den Hängen der Sar-Planina genesen sollten. Die siebzig Betten waren in einem einfachen, einstöckigen Bau untergebracht, oberhalb des Dörfchens Lesok gelegen in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Klosters. Es ist ein schmuckes Dorf mit ausgedehnten Obstgärten, von denen der Blick weit in die Ebene des Vardar-Tals geht.

Prekäre hygienische Bedingungen
Lesok ist eine "ethnische Enklave". Während der grösste Teil der Siedlungen in der Umgebung von Tetovo von Albanern bewohnt wird, leben in Lesok fast nur Mazedonier. Während des bewaffneten Konflikts im Sommer 2001 wurde die exponierte Stellung dem Dorf gleich mehrfach zum Verhängnis. Am 6. Juli wurde das Sanatorium verwüstet und zwölf Tage später die Klosterkirche in die Luft gesprengt. Ein grosser Teil der Bevölkerung flüchtete vorübergehend in die multiethnische Innenstadt Tetovos oder nach Skopje. Wer die Anschläge verübt hat, ist unbekannt. Ein Minderheiten-Beauftragter in der OSZE-Mission in Skopje geht davon aus, dass die Zerstörungen Teil der Vertreibungspolitik gewesen seien, die von den albanischen Rebellen zeitweilig verfolgt worden sei.

Dramatischer, aber weniger sichtbar als die Schäden im Sanatorium von Lesok sind die Folgen des Konflikts für die Ausbreitung der Tuberkulose in Westmazedonien. Sie hat sich in der Region Tetovo seit 1999 von einer Inzidenz von 44 auf 82,7 fast verdoppelt. Die Inzidenz definiert die Anzahl Erkrankter auf eine Population von 100 000 Personen. In Mazedonien insgesamt ist die Lage mit einer Inzidenz von etwa 35 Fällen stabil. In Bosnien beträgt sie fast das Doppelte und in Rumänien das Vierfache; betroffen sind dort vorwiegend Roma. Der Hauptzuwachs in der Region Tetovo, so sagt Teuta Agai-Demjaha, eine Spezialistin für Gesundheitsversorgung, sei im Verlauf des Jahres 1999 erfolgt, als 350 000 Albaner aus Kosovo flüchteten und viele von ihnen in den albanisch besiedelten westmazedonischen Gebieten Unterschlupf fanden, meist unter prekären hygienischen Bedingungen in Lagern oder Gastfamilien.

Soziokulturelle Faktoren
Der militärische Konflikt zwischen den albanischen Rebellen und der Regierung zwei Jahre später verhinderte, dass die beschlossenen Massnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose in der Krisenregion auch umgesetzt wurden. Der regelmässige Besuch von Ärzten und Krankenschwestern in abgelegenen Dörfern war aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich, und albanische Patienten aus Tetovo und Umgebung verzichteten aus Angst vor den Kontrollposten der Polizei auf die Fahrt in die 40 Kilometer entfernte Hauptstadt Skopje. Neben der krisenbedingten Zunahme der Tuberkulose in der albanischen Bevölkerung gibt es auch soziostrukturelle Bedingungen, die diesen Bevölkerungsteil besonders anfällig machen. Dazu gehört weniger die Armut (diese ist im mazedonischen Osten des Landes oft noch ausgeprägter) als der traditionelle Lebensstil in der Grossfamilie. Zehn, fünfzehn, manchmal dreissig Personen aus drei oder vier Generationen leben in oft engen Verhältnissen unter einem Dach; eine ideale Voraussetzung für die Verbreitung der Tuberkuloseerreger.

"Jedem Kind ein eigenes Bett", diese Losung der Schweizer Gesundheitsbehörde aus den Tuberkulose-Präventionskampagnen der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist in der ländlichen albanischstämmigen Bevölkerung noch keineswegs umgesetzt. Wo in traditionellen Familien die Krankheit als Schande betrachtet werde, erklärt Agai-Demjaha weiter, verschweige man sie, lasse die Kranken unbehandelt und riskiere die Verschleppung der Erreger. Eine junge Frau, die wegen Tuberkulose behandelt worden sei, habe grosse Mühe, später einen Ehemann zu finden.

Ethnisch motivierte Interessenpolitik?
Nachdem sich die politische Lage in Mazedonien im Verlauf des letzten Jahres beruhigt hat und Aktivisten der Rebellenbewegung heute als Vertreter der daraus hervorgegangenen Demokratischen Union für Integration (DUI) in der Regierung Einsitz genommen haben, sollte einer schnellen Verbesserung der Tuberkuloseprävention und -behandlung eigentlich nichts mehr im Weg stehen. "Ja, wir wollen das Sanatorium in Lesok wieder aufbauen", erklärt der Gesundheitsminister Rexhep Selmani, Chirurg und Mitglied der DUI. Die Regierung, so Selmani, sei bestrebt, das gegenseitige Vertrauen der beiden Volksgruppen in der Krisenregion zu stärken und deshalb die Klinik in der ethnisch-mazedonischen "Enklave" wieder aufzubauen.

Unterstützt wird das Vorhaben von einem eigens gegründeten Verein, der auf eine Belebung Lesoks und die vollständige Rückkehr der vertriebenen mazedonischen Bewohner hofft. Dagegen opponieren nun die albanischen Ärzte des Regionalspitals in Tetovo. Sie hatten bisher in ihrer Poliklinik die Versorgung, so gut es eben ging, übernommen. Sie möchten das Spital zu einer vollwertigen Tuberkuloseklinik ausbauen. "Vieles spricht für unsere Lösung", meint der Arzt Femi Demiri im karg eingerichteten Sitzungszimmer der "Albanischen Ärztegesellschaft". "Moderne Tuberkulosebehandlung ist auf die enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten angewiesen. Dies ist in unserem Regionalspital besser möglich als im abgelegenen Lesok." Zudem verstärke Lesok die Stigmatisierung der Kranken und - auch wenn er dies nicht gutheisse -, "viele Albaner besuchen nur widerwillig das von den Mazedoniern bewohnte Dorf".

Den Verdacht, bei den Ärzten Tetovos sei ethnisch motivierte Interessenpolitik im Spiel, entkräften sowohl Agai-Demjaha als auch die Direktorin des Instituts für Tuberkulose und Lungenerkrankungen am Universitätsspital in Skopje: Eine Klinik von fünfzig Betten, eingegliedert in das Regionalspital Tetovo, sei in der Tat die optimale Lösung. Völlig unklar bleibe aber, wie dies finanziert werden solle. Aber so weit ist man ohnehin noch nicht. Wegen der politischen Aufladung der Frage, ob Tuberkulosekranke in dem von Mazedoniern bewohnten Ort Lesok oder in der albanisch geführten Klinik in Tetovo zu behandeln seien, dürfte die Antwort der Regierung noch längere Zeit auf sich warten lassen.


War: what price human rights?

BBC NEWS

In a time of conflict, how can human rights be protected.. and at what point should the United Nations step in? These are among the challenges facing the UN High Commissioner for Human Rights, Sergio Vieira de Mello. He answers these questions in a HARDtalk interview with Tim Sebastian on 14 April.

At a time when the UN's role in Iraq is in question, Sergio Vieira de Mello is appealing to the coalition forces not to forget their responsibilities. Mr de Mello said he believes the coalition forces are trying hard to meet their humanitarian requirements, but in densely populated areas it is difficult to avoid civilian casualties.

He said he has also heard that there are serious breaches of the Geneva Convention occurring in Iraq, and he hopes they are isolated incidents.
Anarchy
"What I hear from my humanitarian colleagues and from the media is that a degree of anarchy has set in into Basra and especially now into Baghdad. I think the top priority is to protect hospitals and humanitarian facilities.

"I think there is a temporary vacuum of law and order, particularly in Baghdad, and we are appealing to the occupying powers to assume fully their responsibilities."

Human rights organizations have pointed out that the Iraqi people were subject to gross human rights violations under the Saddam Hussein regime.

But are they paying too high a price? Mr de Mello argued that war is always too high a price to pay.
He said that the immediate period will be very important in setting patterns in Iraq from which a democracy can be built, and he believes that the UN will do its best to secure that.

PoW's
One issue that concerns Mr de Mello is the treatment of detainees in Guantanamo Bay, and he told Tim Sebastian that he had raised this issue with President George W Bush.
He said the President was not convinced, although he did listen to Mr de Mello's arguments.
So what does he make of the rumors that the US may seek to send some Iraqi combatants to Guantanamo Bay or to a similar facility?

"We would certainly resist that, not least since this war is a conventional war and not comparable to what happened in Afghanistan."

Forming an interim government
As the US debates the role of the UN in forming an interim government in Iraq, there have been questions about whether the coalition forces are exceeding their mandate.

Tim Sebastian quoted the head of the UN Development Programme, Mark Malloch Brown, who has said that until there is a new Security Council resolution, the occupying forces must confine themselves to day-to-day operations only. But there have been reports that the US is looking to draft a new constitution and that it will block the UN from any role in an interim government.

Mr de Mello said that from his experience in Kosovo and East Timor, fundamental texts like constitutions cannot be imposed on countries like Iraq.

He also says that if the Security Council is not involved in approving an interim administration then it may lack legitimacy.

"It may not be recognized by the Iraqi people as having the legitimacy that they require.
"After all, having been under Saddam Hussein for 24 years, and the previous regimes, is probably enough for the Iraqi people. They would like to recognize themselves in a representative government even if it is only an interim one."

Mr de Mello said that the rebuilding of Iraq is the responsibility of the international community as a whole, and that by involving the Security Council, the US and Britain will be able to enlist the help not only of the member states but also international institutions like the IMF and the World Bank.

He said that involving the Security Council is "the only way of avoiding failure".

France, Germany and Russia wrapped up talks in St Petersburg on April 14, calling for the UN to have a key role in rebuilding Iraq.
Mr de Mello said the three nations had already been "divisive" on the Security Council, and he said meetings like this do not send a good signal to the Iraqi people:

"It doesn't encourage them to unite over common goals for their own future, so I hope that the international community will set a good example here that the Iraqis can then be encouraged to follow."